DF2DD
German-Amateur-Radio-Station

Da ich ein Faible für gute Audioaussendungen habe, das PR-781 zwar ein gutes Mikrofon ist, im Contest aber mit dem Mikrofogalgen nich praktisch zu handhaben ist, probierte ich mehrere Headsets aus.

 

Zunächst kurz zum HEILSOUND PR-781. Beim PR-781 handelt es sich um ein erstklassiges dynamisches Mikrofon, zu dem ich trotz umfangreicher Tests mit anderen Mikrofonen (z.B. auch dem vielgelobten Rode Procaster). Keins der getesteten Mikrofone kam an die Klangqualität des PR-781 heran. Das PR-781 klingt gleichermaßen kraftvoll und ausgeglichen bei hervorragender Dynamik. In meinem Shack ist es ein absoluter "Keeper" und meine uneingeschränkte Empfehlung für "RagChewing".

 

Im Einzelnen testete ich folgende Headset:

 

 HEILSOUND Pro Set Plus mit HC4/5

HEILSOUND Pro Set Elite mit HC6

DIERKING ED5-SW

SENNHEISER PC-151

SENNHEISER PC-360

 Audio-Technica ATH-COM2

  

Das Pro Set Plus mit HC4/HC5-Kapsel von HEILSOUND, dem führenden Headsethersteller im Amateurfunkbereich, ist das Spitzenmodell der HEILSOUND-Serie. Leider konnte es überhaupt nicht überzeugen. Ich hatte ständig das Gefühl, dass das Headset einfach nicht genügend NF lieferte, um meinen TS-480SAT auch nur annähernd vernünftig  auszusteuern (das gleiche Phänomen beobachtete ich übrigens auch bei meinem ehemaligen FT-2000D). Außerdem erwies sich der Tragekomfort des Pro Set Plus (wohlgemerkt das Top-Modell von HEILSOUND) als absolut mangelhaft. Bereits nach wenigen Minuten drückte das Headset so stark, dass ein weiteres Tragen äußerst unangenehm für mich war. Der Preis des Pro Set Plus  liegt bei stolzen 260€ zzgl. des Preies für das passende Adapterstück (mind. 20€).

  

Auch das Headset ED5-SW der Fa.Dierking probierte ich aus. Die Qualität des ED5-SW ist eine absolute Katastrophe. Das Headset ist dermaßen billig und klapperig verarbeitet, dass eine weitere Benutzung schon nach 10 Minuten nicht mehr in Frage kam. Das Meterial ist billig, die Ohrmuscheln zu viel klein.

Das Headset alleine ist im Handel für unter 10€ zu bekommen. Eigentlich also ein absolutes "Low-cost"-Produkt, dass dann von der Fa. Dierking für den "Funkbereich"   anschlussfähig konfiguriert wird und zum Preis von 39€ verkauft wird.

Der Sound des Mikrofons war übrigens überraschend gut und kraftvoll .

 

Als "Geheimtipp" hat es sich erwiesen,  Headsets aus dem PC-Bereich für den Funkbereich  zu benutzen. Bekannt für guten Sound sind z.B.  die Headsets von Sennheiser.

 

Diese PC-Headsets werden durch zwei 3,5mm-Klinkenstecker an die Soundkarte angeschlossen.

Im Internet kursieren dazu u.a. einige Vorschläge, um deratige Stecker an die jeweilgen Funkgeräte anzupassen.

 

Die Fa. Dierking bietet sog. Headsetadapter an, mit denen die 3,5mm-Klinkenstecker qausi auf den benötigten Mikrofonstandard "konvertiert" werden können. Damit ist es also möglich, jedes beliebige Headset aus dem PC-Bereich für den Amateurfunkbereich zu nutzen.

 

Ausführliche Tests führte ich mit dem SENNHEISER PC-151 und dem SENNHEISER PC-360 durch.


Der Lieferumfang beider Headsets fällt äußerst spärlich aus. Im Karton befindet sich nur das Headset und eine Kurzanleitung, eine Headsettasche oder sonstige übliche Zugaben fehlen.

 

Das Design des PC-360 ist im Gegensatz zum Vorgänger PC 350 nicht mehr ganz so glänzend, auch die Form wurde leicht modifiziert. Eine der wichtigen Änderungen befindet sich an der Ohrmuschel, die Ohrpolster sind nämlich nicht mehr aus Leder und wurden durch Stoff ersetzt. Gerade bei sehr langen Funksessions, wie z.B. Contesten) sind mir Lederpolster immer wieder negativ aufgefallen. Leichter Schweiß oder stauende Hitze machten mir hier zu schaffen. Beim ersten Aufsetzen des PC-360 war der Anpressdruck stark aber nicht unangenehm. Die Ohrmuscheln sind komplett Ohrumschließend und bieten einen guten Halt.

Ich persönlich empfand die samtige Oberfläche der Ohrposlter zwar als sehr angenehm, was den Tragekomfort anging, ansonsten allerdings leider als äußerst negativ. Die samtige Oberfläche zieht Staub und Flusen geradezu an und somit waren die Ohrpolster bereits nach wenigen Tagen unansehnlich. Der Kopfbügel ist ebenfalls mit Velour gepolstert und sitzt hervorragend auf dem Kopf. Die Verbindung zwischen Kopfbügel und Ohrmuschel ist mit zwei flexiblen Halterungen gesichert. Das SENNHEISER PC360 kann sich somit jedem Kopf individuell anpassen und sitz zwar straff aber angenehm.

An der Bügeloberseite befindet sich der obligatorische Sennheiser-Aufdruck. Mithilfe von zwei vergoldeten 3,5mm Klinkenanschlüssen findet das SENNHEISER PC360 Kontakt zum Mikrofonadapter.

 

Auf der Suche nach dem Lautstärkeregler wurde ich an der rechten Ohrmuschel fündig. Gegenüber meiner Vermutung durchaus eine recht gute Idee zur Lautstärkeregulierung. Die Kabelführung ist einseitig und mit drei Metern Länge mehr als ausreichend dimensioniert.

 

Das Mikrofon ähnelt dem des Vorgängermodell SENNHEISER PC 350. Position und Funktion sind für die Sprachqualität optimal gewählt und der Mikrofonboom ist gummiartig beweglich. Sobald das Mikrofon nach oben geklappt wird und über den verbauten Kontakt rutscht, deaktiviert sich das Mikrofon. Dieser kurze Klick ist auch akustisch wahrnehmbar. Für Funkbetrieb bei eingeschalteter VOX alelrdings nicht brauchbar, da diese dann schaltet und der TRX beim Klicken kurz sendet.

 

Das SENNHEISER PC-151 ist im Vergleich zum PC-360 eher minimalistisch gehalten.

 

Die stoffüberzogenen Ohrmuscheln liegen auf dem Ohr auf, umschließen es aber nicht, wie beim PC-360. Ich persönlich empfinde die Ohrmuscheln als zu klein - sie rutschen auch häufig aus der "Idealposition" heraus.

 

Der Tragekomfort beim PC-151 ist eher durchschnittlich, da man ab und an "nachjustieren" muss. Deutlich kann man auf dem Bild erkennen, dass das Headset im Ohrbereich nicht ideal sitzt.Zudem drückst es relativ stark auf die Ohren.

 

Das SENNHEISER PC-360 hat einen deutlich höheren Schalldruck als das PC-151 von SENNHEISER.

 

Man sollte beim Betrieb des PC-360 besonders sorgsam auf die Mikrofonverstärkung und den Kompressiosgrad achten. Ich persönlich empfinde die Modulation des PC-360 als deutlich zu "punchy" und "unausgeglichen"; meine Gesprächspartner fanden die Modulation oft "unausgeglichen" und "ruckelig" . Die Feinjustierung ist sehr zeitaufwendig und der Umstand, dass SENNHEISER im PC-360 ein eigenartig agierendes Noisegate verwendet, lässt einen beim sauberen Einstellen des VOX-Gains und VOX-Delays nahezu verzweifeln. Auch überzeugt die Audioqualität des PC-360 im Vergleich zum PC-151 nicht vollkommen. Die Höhenanhebung beim PC-360 ist meiner Meinung nach nicht "ideal" für den täglichen Funkbetrieb. Das PC-360 wirkt allerdings im Vergleich zum PC-151 deutlich dynamischer, wenngleich gerade diese Eigenschaft oft als Negativum genannt wurde.

 

Häufig wurde mir berichtet, dass das PC-151 in sich "runder" und das PC-360 "aggressiver" klingen würde, wobei in 90% alles Fälle das PC-151 als besser eingestuft wurde.

 

Das PC-360 schlägt allerdings mit satten 150€ zu Buche; das PC-151 mit ca. 55€.

 

In Anbetracht des nahezu3fachen Preises des PC-360 im Vergleich zum PC-151 sollte eine Anschaffung gut überlegt sein. Schon das PC-151 liefert eine erstklassige Modulation. Allerdings sitzt es nicht perfekt auf dem Kopf.

 

Das PC-360 ist meines Erachtens deutlich überteuert und kann von der Mikrofoqualität nicht auf ganzer Linie überzeugen.

  

In naher Zukunft werde ich noch das HEIL Pro Set Elite HC-6 testen. Ich bin gespannt, was HEILSOUND diesmal konstruiert hat. Mit dem HEIL Pro Set Plus war ich leider seinerzeit gar nicht zufrieden. Sowohl Tragekomfort als auch Schalldruck waren absolut enttäuschend. Ähnliches lässt sich, schenkt man den Reviews bei eHam Glauben, leider auch für das HEIL Pro Set Elite HC-6 vermuten.

 

Ebenso werde ich das Audio-Technica ATH-COM2 

testen. Ich bin auf den Sound des 600 Ohm-Mikrofons mit einem Frequenzgang von 30 - 20.000 Hz gespannt.  Leider gibt es bei eHam derzeitig relativ wenig Reviews über das ATH-COM2. Optisch kommt das Headset zunächst sicherlich unauffällig daher.